#74 Das Leben schuldet dir nichts

Shownotes

Warum fühlen sich Ungerechtigkeiten manchmal so tief und schmerzhaft an? Und was haben unsere Reaktionen oft mit unserer eigenen Vergangenheit zu tun?

In dieser Podcast-Folge "gerne Montag" geht es Andi Weiss und Stefan Schwabeneder um die Kraft unserer Glaubenssätze, den Unterschied zwischen berechtigtem Schmerz und alten Verletzungen – und um einen Gedanken, der die Sicht aufs Leben verändern kann: Das Leben schuldet dir nichts.

Eine inspirierende Folge über Dankbarkeit, Verantwortung, Vergänglichkeit und die Frage, wie wir trotz allem unser Leben bewusst gestalten können. Tiefgründig, ehrlich und mit vielen Impulsen für mehr Gelassenheit und Lebensfreude.

Zum Schluss teilt Martina Weiss eine berührende Übung, die dabei hilft, den eigenen Lebensrucksack mit neuen Augen zu betrachten – und zeigt, wie aus Ballast neue Stärke entstehen kann. Ein Tipp, der zum Nachdenken anregt und lange nachwirkt.

Hier geht es zur aktuellen Folge: www.gerne-montag.de/podcast. Eine Folge über Sinn, Arbeit und die Frage: Was nährt uns wirklich? Jetzt reinhören. Ihr habt Themenwünsche oder wollt uns eine Rückmeldung geben? Schreibt uns an podcast@gerne-montag.de

Gerne kommen wir auch einmal in Eure Firma und gestalten für Euch und Eure Mitarbeitenden einen motivierenden Abend! Schreibt uns an team@gerne-montag.de Ihr sucht eine 1:1-Unterstützung in Eurem (Arbeits-)Alltag oder müsst gerade eine Krise meistern? Gerne unterstützten wir Euch! www.gerne-montag.de/anfrage Buch-Tipp: Impulsbuch: "Nie wieder arbeiten! - Impulse, die dir helfen, das zu lieben was du tust!" www.gerne-montag.de/impulsbuch

Weitere Infos unter: www.gerne-montag.de „gerne Montag“ – der Podcast über Sinn, Gewohnheiten und neue Perspektiven.

Transkript anzeigen

00:00:01: So, wir drehen wiederum eine Uhr um.

00:00:03: Ich liebe es einfach wie ein riesen leise Riesel die uhr still und star mit dem

00:00:09: Stuhl.

00:00:11: also wir müssen aber anfangen natürlich sonst

00:00:13: gerne.

00:00:13: Montag heißt der Podcast übrigens

00:00:15: gerne montag der podcast gegen den sonntags bloß mit andy weiß

00:00:19: und ich darf bei schwaben nicht eigentlich

00:00:20: so.

00:00:21: Also die ure ist dazu da die wird noch mal umgedreht währenddessen dass wenn ich über die zehn minuten so ungefähr kommen zu pimal Daumen zumindest ist.

00:00:28: So wo sind wir eigentlich gelandet beim letzten Mal?

00:00:31: Ich habe es vergessen!

00:00:32: Ja das war ganz spannend, wir haben uns überlegt wie ist das denn eigentlich dass wir gerne rufen wollen wenn Ungerechtigkeit geschieht?

00:00:41: und wir waren bei dem Gedanken dass es eigentlich spannend ist, sich selbst mal zu prüfen.

00:00:47: Wo ruf ich wenn's ungerecht wird und wo hat dieses Rufen eigentlich viel mehr mit mir selbst als mit meinem Gegenüber zu tun?

00:00:54: Und dann war der Gedanke da das ja das Rufen auf so ein frühkindliches Rufen ist also ein Defizit, dass ich vielleicht gar nicht zwingend im jetzt so erlebe oder den Schmerz, den ich vielleicht jetzt spüre bei dieser Ungerechtigkeit.

00:01:09: Der hat vielleicht vielmehr mit meiner Geschichte zu tun.

00:01:11: Ich habe das ganz oft in Beratungsgesprächen.

00:01:13: Leute kommen, haben ein aktuelles Thema.

00:01:15: Da geht es um Partnerschaft und Beruf und solche Sachen.

00:01:18: Da ist der Chef ungerecht oder der Partner nimmt er nicht ernst oder wie auch immer.

00:01:22: Und dann spule ich mit den Leuten zurück und sage, finden sie das woanders noch in ihrem Umfeld?

00:01:27: Spannend!

00:01:28: irgendwo vielleicht im Umfeld, also wenn es um berufliches Thema geht.

00:01:32: In privaten Kontext auch mal oder wenn's in privaten Context ist?

00:01:35: Im beruflichen Kontext eher.

00:01:36: und dann spulen wir noch einmal zurück und dann finden wir das relativ schnell in der Biografie wieder dass sich da eine Wahrheit... Ach mein Wort zählt ja nicht!

00:01:47: Ich bin ja nichts wert oder ich kann ja nix geben.

00:01:50: Oder, äh... ...oder ich habe nix zu sagen.

00:01:52: Oder keine Ahnung was.

00:01:53: So dass sich da so ein Glaubenssatz durchgesetzt hat.

00:01:55: Warum?

00:01:56: Weil das von der Alter relativ bald defizitär so gespürt wurde im System vielleicht nicht so gesagt aber gespürt wurde.

00:02:02: und dann nimmt man es mit.

00:02:03: Und dann ist dieses Rufen nach Ungerechtigkeit oft gar keine Rufen, die es mir in der aktuellen Situation hat sondern das eigentlich ein ganz kindliches Rufen.

00:02:10: Ey!

00:02:10: Das ist unfair.

00:02:11: Das ist gemein.

00:02:12: Da ist Unrechtgeschehen.

00:02:14: berechtigterweise aber meistens halt hat es in der Größenordnung, wie dann im Gegenwart lautgeschrieben wird gar nicht nur was mit der Gegenwart zu tun sondern viel mehr mit der Vergangenheit.

00:02:26: Und ich merke ganz oft dass ich merken und ich sage jetzt mal die Menschen die ich begleitet habe, nehme mich damit rein, dass wir da ganz schnell in so ein defizitäres Bild unseres Lebens kommen und das wir eigentlich einen Anspruch entwickeln dass wir doch eigentlich den Anspruch hätten, das.

00:02:48: Ich habe das während der Corona-Jahre fand ich ganz spannend.

00:02:53: Im Sommer im Jahr zwei Tausend neunzehn kam mein Album raus und es hieß damals gibt alles nur nicht auf.

00:02:59: Ich hätte niemals gedacht, dass dieser Titel diese Bedeutung bekommen sollte.

00:03:04: Habe das dann im Januar zwanzigzwanzig bei zwei großen Konzerten in München vorgestellt und dann ging's mit zweieinhalb verbuchten Terminen raus ins Land.

00:03:12: also wäre es gegangen, theoretisch.

00:03:15: Dann kam der März zwanzig-zwanzig und alles war vorbei.

00:03:18: Und ich fand das ganz spannend.

00:03:19: Ich hab dann angefangen online Konzerte zu spielen.

00:03:21: Ich habe ganz viele Kolleginnen und Kollegen im Umfeld gehabt die gar nicht irgendwie aktiv geworden sind, sondern bei denen's klar war ja wenn ich das jetzt was ich eigentlich nicht machen kann, dann muss jetzt der Staat oder der oder der da überlegen wir mir das ermöglicht was sich dann machen kann.

00:03:40: Und ich habe diese Anspruchshaltung, die hab' ich nicht verstanden.

00:03:44: Vielleicht auch allein schon weil ich ein Freiheitskämpfer in mir bin.

00:03:48: Ich hab überhaupt kein Interesse gehabt abzuwarten bis mir gnädigerweise jemand dann sagt, da kriegst du den Bonus oder die... Ich hab irgendwie Anträge schreiben für viel zu blöd gefunden.

00:03:59: Ich wollte raus und dorthin zu den Menschen.

00:04:00: Ich habe Konzerte gespielt, wollte Menschen ermutigen.

00:04:03: Das war mir viel wichtiger.

00:04:05: Antragsreiben waren mir viel zu staubig!

00:04:09: Aber ich glaube, das ist manchmal so ein Thema.

00:04:12: Dass wir Menschen meinen Wir hätten einen Anrecht auf etwas und wenn wir ganz ehrlich sind am Ende des Tages Ist er einer der wichtigsten Sätze die mir im Leben mal begegnet sind Der Satz Das Leben schuldet dir nichts Punkt!

00:04:32: Was schuldeten das Leben einem?

00:04:34: Welchen Anspruch habe ich denn?

00:04:36: Das

00:04:36: Leben an sich insgesamt?

00:04:42: Also eine gute Frage jetzt, da erwischt du mich tatsächlich bei diesem Gedanken.

00:04:48: Was schuldigt mir das Leben?

00:04:49: Na ja gut, das Leben hat mich natürlich nicht gefragt ob ich es auf die Welt kommen will.

00:04:53: Das ist mal klar.

00:04:54: aber sagen wir mal, jetzt nehmen wir mal die Mutter raus.

00:04:58: Aber das Leben wurde mir geschenkt.

00:05:02: Dann bin ich hier... Du meinst also einen rechtlichen Anspruch

00:05:07: Ja.

00:05:08: Weil dann müssten wir den Anspruch ja auch umdrehen, welchen Anspruch hast du, dass du in Deutschland auf die Welt gekommen bist?

00:05:14: Welchen Anspruch hast du das du in den Umständen auf der Welt gekommen ist?

00:05:17: Welche Anspruch hasst du, ein Dach über dem Kopf hast, dass Du in Umstände auf die welt gekommen bist fließend Wasser zu haben, Strom... Die Liste ist ganz schön lang!

00:05:29: Welchen anspruch hättest Du und wieso hat Ihnen jemand, der auf der anderen Seite des Globus wohnt im Vergleich zu Dir

00:05:35: nicht?!

00:05:36: Also das eine sind ja die Gesetze des Landes, wo ich natürlich den Anspruch dann geltend machen kann gegenüber anderen.

00:05:42: Aber du meinst das wirklich vom Leben her?

00:05:45: Ich bin hier auf dieser Welt und habe einen Anspruch... Also

00:05:54: nee... Die der Hildebrand hat glaube ich mal gesagt anstatt darüber zu klagen was wir nicht bekommen sollten wir lieber dankbar sein dass wir das was wir verdienen nicht bekommen oder irgendwie so.

00:06:06: Der geht schöner, der Satz aber vom Inhalt.

00:06:10: Das Leben schuldet dir nichts.

00:06:12: Seit ich diesen Satz in meinem Hirnchen kreisen lasse... Das ist eine Übung, die das mache schon ganz lang.

00:06:21: Manchmal denke ich daran manchmal nicht und ich merke wenn ich dran denke es besser als wenn ich nicht dran denke.

00:06:26: Spiel mir durch!

00:06:28: Wenn es eben mir nicht schulde, wenn ich keinen Anspruch auf Gesundheit habe.

00:06:31: Kein Anspruch für Geld, kein Anspruch... Auf Wärme!

00:06:34: Auf Frieden!

00:06:36: Die Liste ist lang.

00:06:37: Heißt das ja?

00:06:38: Wir zwei werden diese Podcast-Folge jetzt noch irgendwie glorreich zu Ende bringen weil der Sand läuft

00:06:43: und die Uhr

00:06:44: sagt wird's wann Schluss ist.

00:06:45: Irgendwann wird die Uhr durchgelaufen.

00:06:47: Dann gehen wir hier aus der Tür raus.

00:06:48: Und dann landet schon in dem Moment wo du deinen rechten Fuß Solltest du mit dem richtigen Fuß aufgestanden sein?

00:06:54: Den rechten Fuß über die Schwelle hebst, beginnt schon den ersten Moment der Unselbsverständlichkeit.

00:06:58: Weil allein das du deinen Füßchen heben kannst... Also jetzt klingt es nach im Rund, aber das Beinchen hebt.

00:07:04: In dem Moment wo du deinen rechten Fuss über die Türschwelle hebst, beginn eine Unselbsverständlichkeit was viele Menschen gibt, die das nicht können.

00:07:11: Sodass deine Gelenke funktionieren wie auch immer.

00:07:15: Jetzt gehst du raus, jetzt läuft hier keiner, also weiß ich nicht, aber ich schau mal raus und ich glaube nicht, läuft hier keine mit einer Knarre vorbei Auch unselbstverständlich.

00:07:22: Jetzt haben wir da draußen Temperaturen, in denen wir rausgehen können ohne gleich zu erfrieren oder gleich... Da haben wir dann Sauerstoff daraus.

00:07:30: und jetzt die Liste ist schon ... In den ersten zwanzig Sekunden ist die Leste schon einige Seitenweise vollgeschrieben mit Dingen, die nicht selbstverständlich

00:07:40: sind.".

00:07:41: Und dass ich damit im Auto fahren kann natürlich?

00:07:43: Und dann zu Hause eine Familie habe, was zu essen habe?

00:07:48: Ist alles nicht selbstständig!

00:07:50: Wenn du so rangehst, dann heißt es auf der anderen Seite dass du für alles was du hast dankbar bist.

00:07:58: Kann nicht nur sein.

00:07:59: Du kannst eigentlich nur dankbar sein?

00:08:03: Weil ab diesem Zeitpunkt wo dieser Gedanke sich wirklich mal gefestigt hat ist alles was kommt unselbstverständlich und das ist ein Geschenk Es ist alles... Ist nicht im Sinne von ja was habe ich denn alles nicht Ich hätte es doch verdient.

00:08:15: oder auch dass ich laufen kann steht mir zu Nein

00:08:19: Aber dann würden manche vielleicht jetzt einwenden, ja Moment es gibt aber doch Arbeitsrecht.

00:08:24: Also klar dass ich nicht gehen kann oder gehen kann, da gibt's kein Recht dazu, aber ein Arbeitsrecht zum Beispiel gäbe ist also das man sagt, ich kann das in Anspruch nehmen, dass ich bitte nach acht Stunden, also möchte ich raus oder so, die Stunden sollen bezahlt werden und so.

00:08:40: Da hat man ein menschliches Recht, das gebaut worden ist.

00:08:45: Aber ich habe in dem Sinne keinen.

00:08:48: Aber auch, dass ich dieses Recht habe ist nicht selbstverständlich.

00:08:52: Es gibt Länder in denen gibt es diese Rechte nicht.

00:08:55: Also scheinbar ist das nicht selbst verständlich.

00:08:57: Das ist ein guter Satz wenn man sagt immer wieder mal... Es ist nicht sehr zuständig.

00:09:06: dadurch findet man es aber schön, dass es so ist also dass man das was man hat schätzt und das was kann in dem Moment schätzen die Personen die man hat Weil es keine Selbstverständlichkeit ist, dass das so ist.

00:09:21: Und wenn ich das so sehe, dann komme ich übrigens ganz hoch logotherapeutisch ins Gestalten.

00:09:25: Ich habe vor vielen, vielen Jahren zwei Wörter gehört in einem Frankel-Vortrag die mich seitdem nicht mehr loslassen und ich glaube die auch mit unter den Grundpfeiler meiner Beratungsarbeit ausmachen.

00:09:38: Er hat einen Vortrag im Nebensatz zwei Wörtere fallen lassen und die haben mich sehr getroffen die Vergangenheit eines Menschen und die Vergänglichkeit eines Menschen.

00:09:51: Und ich muss, oder ich sehe meinen Auftrag darin, Menschen in beiden zu würdigen.

00:09:57: einen Menschen seine Vergangenheiten zu würdigen ernstzunehmen was er nicht bekommen hat, was er gebraucht hätte Schutz, den er verdient gehabt hatte dem man ihm nicht ging Liebe dir vielleicht Anbindung und was weiß ich?

00:10:08: Ich würde einen Menschen in dem was er.

00:10:12: Aber es wäre nicht die ganze Würde, wenn ich den Menschen nur in dem lasse und in seinem Defizit belasse.

00:10:20: Sondern ich erinnere ihn auch konstruktiv an seine Vergänglichkeit und sage bis hierher ist ganz schön viel schweres an deinem Rucksack.

00:10:28: Es bleibt aber eine begrenzte Zeit!

00:10:30: Und wie bei uns allen die Zeit begrenzt ist?

00:10:32: Es bleibt eine beggrenzte Zeit und an dir erinnert dich auch Und das ist die Frage, willst du diese Begrenzzeit nur dich um das Drehen was dir nicht gegeben wurde?

00:10:42: und es ist berechtigt darüber zu klagen.

00:10:44: Ist berechtigbar richtig ohne dass geht's nicht?

00:10:46: ja aber solls das nur sein oder es wird in dieser Vergänglichkeit auch dieses Papier jetzt mit dem mit dem letzten schönen Blutstropfen den du noch hast den du schenken kannst, wo du dich hingeben kannst.

00:10:58: Wo du gestalten kannst!

00:10:59: Wo du dich mit deinem Schmerz, wenn das immer jetzt bei der Antwort, bei dem er ja immer wieder die letzten Folgen war, wo Du trotzdem eine Antwort geben kannst im Wissen um dieses letztes Stück Leben, dass dir übrig bleibt?

00:11:10: Wo du Dich in dieses letzte Stück Leben rein gibst.

00:11:12: Kriegst du da die Möglichkeit, Leben zu gestalten?

00:11:17: Sehr spannend sehr sehr spannend.

00:11:19: also können nicht selbst zuständig nehmen doch Den Tipp von Martina, den können wir selbstverständlich.

00:11:25: Und

00:11:25: sind gleichzeitig aber sehr dankbar.

00:11:27: Aber

00:11:27: hallo!

00:11:29: Also ich war ja nicht immer so dankbar, gell?

00:11:33: Ich habe mich in der Arbeit bei einer Kollegin beschwert...die war Spanierin.

00:11:39: dass ich als Psychotherapeutin manchmal denke, ich werde nicht so ernst genommen wie zum Beispiel jemand der Psychiater ist.

00:11:45: Also medizin studiert hat also so ein typischer kleiner Profil Neurosengedanke es mir jetzt auch bisschen peinlich Ich erzähl's euch halt trotzdem aber ihr sagt es nicht weiter okay?

00:11:56: Naja und Diese Kollegin, die war nicht nur unglaublich schlau.

00:12:00: Die hatte unter anderem Philosophie studiert und so weiter Sondern sie war auch sehr pragmatisch Und sie hat in ihrem tollen Akzent den ich sehr geliebt habe gesagt Martina wir werden alle irgendwann In einer Kiste unter der Erde landen.

00:12:15: akzeptiere Den Weg denn du gegangen bist.

00:12:18: es ist dein lebensweg.

00:12:21: Bäm also das hat gesessen nicht weils bedeutet hat stell dich nicht so an sondern darin lag was sehr Befreiendes.

00:12:30: Ich habe nicht alles gewählt, was mir im Leben passiert ist aber ab und zu habe ich sehr wohl gewählt und ich übernehme Verantwortung für meine Entscheidungen und ich entscheide in mich alles was mir passiert es zu integrieren in meinen Lebensweg.

00:12:45: Und?

00:12:46: Ich darf entscheiden wie ich meinen Weg weiter gehe!

00:12:49: Und vielleicht geht's genau darum auch bei dem Thema über das ihr vorhin gesprochen habt Nicht ständig zu schauen was fehlt mir, was haben andere bekommen.

00:12:59: Warum ist es bei anderen leichter?

00:13:00: Sondern irgendwann die Frage zu stellen Was mache ich mit meinem Leben Mit meiner Geschichte und mit den Karten die ich bekommen habe?

00:13:09: Und hier finde Ich jetzt aber eine wichtige Unterscheidung.

00:13:14: Dankbarkeit Ist ja an die was unglaublich wertvolles.

00:13:18: dankbarkeit hilft uns Wieder wahrzunehmen was gut ist.

00:13:21: sie verändert unseren blick.

00:13:23: Aber Dankbarkeit darf nicht bedeuten, dass wir uns selbst klein machen.

00:13:28: Wenn wir sagen ich habe auf nichts einen Anspruch finde ich es fast schon ein bisschen gefährlich weil ohne Menschen die gesagt hätten so wie's gerade ist darfst du nicht bleiben.

00:13:40: Hätten wir viele Dinge Selbstverständlich sind.

00:13:45: Also ich bin sehr dankbar für Menschen, die zum Beispiel Frauenrechte erkämpft haben Wahlrecht Zugang zu Bildung soziale Absicherung Arbeitsrechte Schutz vor Gewalt und Ausbeutung.

00:13:58: Und diese Menschen waren ja nicht undankbar!

00:14:01: Die waren dankbar, dass was gut war und gleichzeitig mutig genug etwas zu verändern.

00:14:07: und genau da liegt glaube der Unterschied.

00:14:09: Ich darf anerkennen was schwerer und ich darf trotzdem wieder Gestalter meines Lebens werden.

00:14:16: Viktor Frankl hat gesagt, dem Menschen kann alles genommen werden außer einer Sache die letzte der menschlichen Freiheiten Die Wahl der Einstellung zu den Dingen.

00:14:28: Und es bedeutet nicht Alles ist halb so schlimm.

00:14:31: Ich glaube so habt ihr das ja auch nicht gemeint.

00:14:34: Es bedeutet Ich kann nicht alles kontrollieren, was mir passiert.

00:14:38: Aber ich habe Einfluss darauf, was ich als nächstes

00:14:41: tue.".

00:14:43: Und genau dafür hab' ich eine kleine Übung für euch!

00:14:46: Die heißt der Rucksack meines Lebens.

00:14:49: Stellt Euch mal vor Ihr tragt einen Rucksacks und in dem Rucksacked liegen viele verschiedene Steine.

00:14:54: Manche Steinen wurden Euch hineingelegt also schwierige Erfahrungen Verletzungen Ungerechtigkeiten Dinge die ihr nicht gewählt habt.

00:15:05: Die dürfen wir nämlich schon auch benennen.

00:15:07: Andere Steine habt ihr vielleicht selber reingelegt, Entscheidungen Fehler Wege die ihr gegangen seid.

00:15:14: Vielleicht habt ihr auch mal was richtig gemacht.

00:15:16: Nehmt euch diese Woche mal ein Blatt und mal diesen Rucksack Mal vier Steine hinein.

00:15:23: Der Stein der Ungerechtigkeit Was war schwer?

00:15:25: Was hätte anders sein dürfen?

00:15:28: Der Stein meines berechtigten Anspruchs, wofür darf ich heute einstehen?

00:15:35: Wo darf ich Hilfe annehmen oder Grenzen

00:15:38: setzen?".

00:15:40: Dann der Stein den ich nicht mehr tragen möchte.

00:15:44: Welche Erwartungen machen mein Leben unnötig schwer – vielleicht andere müssen ähnlich verstehen was ich erlebt habe.

00:15:52: oder ich darf erst glücklich sein wenn alles gerecht ist!

00:15:56: So kommen wir nämlich leider nicht weiter.

00:15:59: Und dann als Letztes der Stein meiner Stärke!

00:16:02: Was habe ich trotz allem entwickelt?

00:16:05: Vielleicht Mut, Durchhaltevermögen, Mitgefühl, Kreativität – alles war während Corona glaube ich sehr wichtig an die.

00:16:15: und dann fragt euch was darf ich akzeptieren?

00:16:18: Wofür darf ich kämpfen?

00:16:20: Was möchte ich selbst gestalten, denn vielleicht geht's im Leben nicht darum so zu tun als hätten wir keinen Rucksack.

00:16:27: Aber vielleicht geht es darum irgendwann zu entscheiden welche Steine gehören zu meiner Geschichte und welche Geschichte möchte ich daraus machen.

00:16:36: Denn Dankbarkeit gibt uns Wurzeln Verantwortung gibt uns Flügel.

00:16:42: Eine schöne Woche.

00:16:43: Wir sind sehr dankbar und nehmen es selbstverständlich mit in die neue Woche.

00:16:48: Danke Mathilda, wunderbar!

00:16:50: Gerne.

00:16:50: Montag der Podcast gegen den Sonntagsblues mit Andi Weiß... Und Stefan

00:16:55: Schwarzbäder.

00:16:55: Es

00:16:55: ist nicht selbstständig das wir einen Sonntag

00:16:57: haben übrigens?

00:16:58: Definitiv!

00:16:59: Und auch nicht selbstverständlig dass morgen Montag kommt.

00:17:01: also genießt es, genieß' die kommende Woche.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.